Wintergarten als Anbau

Viele Eigenheimbesitzer träumen von einem Wintergarten als Anbau. Eine wunderbare Möglichkeit, um nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter die Sonnenstrahlen in gemütlicher Atmosphäre erleben zu können. Doch bevor dieser Traum tatsächlich verwirklicht werden kann, muss der Wintergarten als Anbau zunächst gründlich geplant werden. Hierbei spielt das Budget zunächst eine tragende Rolle. Der eigene finanzielle Spielraum entscheidet dabei über Größe und Funktion. Doch nicht nur die Geldbörse ist ein Fokus beim Wintergarten als Anbau. Auch die gesetzlichen Auflagen sind zu erfüllen. Hierbei sind vor allem die Landesbauordnung und der vorherrschende Bebauungsplan Maßstab. Nicht immer lässt sich ein Wintergarten als Anbau so umsetzen, wie es in den eigenen Träumen erlebt wurde. Zumeist muss ein Kompromiss zwischen der eigenen Planung und den behördlichen Vorgaben geschaffen werden.

Wintergarten als Anbau – Der Bebauungsplan

Baubehörden gelten als die schwierigsten Behörden. Sie arbeiten nicht nur recht langsam, sondern sind häufig auch recht eingeschränkt in ihren Möglichkeiten. Viele Heimwerker und Handwerker kennen die ständigen Diskussionen mit der Behörde. Beim Wintergarten als Anbau ist die erste Hürde zunächst jedoch im Bebauungsplan zu suchen. Dort sind Baulinien und Baugrenzen vorhanden. In der Regel ist die Baugrenze durch einen Strich-Strich-Punkt-Linie gekennzeichnet. Ein Baukörper, also auch ein Wintergarten als Anbau, kann innerhalb dieser Grenzen beliebig angeordnet werden. Allerdings müssen die Abstandsflächen eingehalten werden. Die Baulinie wird als Punkt-Punkt-Stich-Linie markiert. Ist eine solche Markierung vorhanden, muss der Wintergarten als Anbau auf dieser Linie gebaut werden. Häufig hat die Baulinie schon einen näheren Hintergrund. So soll zum Beispiel damit verhindert werden, das eine fast durchgehende Häuserflucht zur Straßenseite entsteht. Wenn es jedoch bei Baulinie und Baugrenze keine Vorlagen gibt, kommt eine andere Hürde. Das Nachbarschaftsrecht ist in diesem Fall unter Umständen für den Wintergarten als Anbau zuständig. Dabei ist ein Mindestabstand vorgeschrieben, der von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ist. In der Regel liegt der mindest-einzuhaltende Abstand zwischen 2,5 – 3 Metern.

Wer nun Licht am Ende des Tunnels sieht, sollte die nächsten Punkte beachten. Auch hierfür ist der Bebauungsplan maßgebend. Wer den Bau für den Wintergarten als Anbau nahe der Grenze plant, muss dabei die Geschossflächenanzahl (GFZ) und die Grundflächenzahl (GRZ) beachten. Diese sind klar im Bebauungsplan festgelegt. So gibt die GRZ zum Beispiel an, wie groß der Anteil des Wintergartens auf der Gesamtfläche tatsächlich sein darf. Bei einem GRZ von 0,4 auf eine Grundstücksfläche von 750 m² gilt folgende Formel:

Grundstücksgröße x GRZ = Maximale Grundfläche für den Bau.

Die GFZ Angabe hingegen bestimmt wieviel Geschossfläche (in m²) je m2 Grundstücksfläche zulässig ist. Hier gilt ebenfalls eine ähnliche Formel:

Grundstücksgröße x GFZ

Das Ergebnis besagt: XX m² Wohnfläche darf der Wintergarten als Anbau maximal haben. Sind in der Gegend freistehende Häuser vorgeschrieben, wird in der Regel ein Bau zur Grenze unwahrscheinlich werden. Nur Garagen werden toleriert, da diese nicht als Wohnraum gelten. Der Wintergarten als Anbau hingegen gilt als Wohnraum.

Baugenehmigung

Sind diese Punkte erst einmal geklärt, hängt die Art und Weise der Baugenehmigung für den Wintergarten als Anbau nun vom jeweiligen Bundesland ab. Es macht Sinn, sich zuvor beraten zu lassen, damit es später zu keinen Verzögerungen oder Schwierigkeiten kommt.

Bild: hans  / pixelio.de/Flickr.