Spitzenausgleich im Stromsteuergesetz

Der Spitzenausgleich im Energie- und Stromsteuergesetz (SpaEfV) bedeutet vor allem eine deutliche Entlastung für Unternehmen, sofern diese eine Steigerung der Energieeffizienz nachweisen können. Die beihilferechtliche Steuerentlastung auf den Energieverbrauch (=Spitzenausgleich) ist mit der Änderung im Gesetz seit dem 11. Dezember 2012 für de nächsten 10 Jahre geschaffen worden. Die Verordnung zur Nachweisführung und dem damit verbundenen Betrieb von Energie- und Umweltmanagementsystemen wurde im ersten Verordnungsentwurf am 10. Juni 2013 durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie veröffentlicht. Welche Nachweise Unternehmen für den Spitzenausgleich zu erbringen haben, wollen wir in den kommenden Absätzen einmal anhand des horizontalen Ansatzes erklären.

Spitzenausgleich sichern

Grundsätzlich gilt für alle Unternehmen, die sich den Spitzenausgleich sichern möchten, entsprechende Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz einzuleiten. Nur so könnten diese auch weiterhin von dem Spitzenausgleich (§ 10 StromStG und § 55 EnergieStG) profitieren. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können beim Spitzenausgleich weiterhin vereinfachte Systeme in Anspruch nehmen. Als KMU werden Unternehmen erfasst, die weniger als 250 Mitarbeiter beschäftigen und maximal eine Jahresbilanzsumme von 43 Mio. Euro aufweisen. Die jeweiligen Anforderungen dafür sind in der Spitzenausgleich Effizienzsystemverordnung geregelt. Hierbei kommt der horizontale und vertikale Ansatz zur Anwendung. Erst ab dem Jahr 2015, wenn die Einführungsphase beendet ist, wird nur noch das Regelverfahren (§ 4 SpaEfV) zur Anwendung kommen.

Spitzenausgleich – Horizontaler Ansatz

Unter dem horizontalen Ansatz ist der Betrieb eines Energiemanagementsystems (EnMS nach DIN EN ISO 50001) sowie eines Umweltmanagementsystems (UMS nach Eco Management Audit Scheme) zu verstehen. Alternativ kann auch ein System zur Verbesserung der Energieeffizienz nach Maßgabe von § 3 SpaEfV angewandt werden. Dabei muss sich der Umfang auf alle Energieverbräuche bis 2015 um beständig 25 Prozent erhöhen. Nur unter diesen Maßgaben können Unternehmen den Spitzenausgleich für sich beanspruchen. Hierbei gestaltet sich die Nachweisführung bei Konzernen als auch im KMU Bereich unterschiedlich. Große Unternehmen müssen für das Jahr 2014 den Betrieb einer EnMS nach ISO 50001 oder alternativ UMS nach EMAS nachweisen. 60 Prozent des gesamten Energieverbrauchs müssen dadurch erfasst werden können. Ein Testat durch eine zugelassene Stelle ist dabei als Bestätigung erforderlich.

Im KMU Bereich hingegen ist ein Energieaudit nach DIN EN 16247-1 oder auch ein alternatives System nachzuweisen. Dieses muss mindestens 25 Prozent des gesamten Energieverbrauchs erfassen. Auch im KMU Bereich ist für die Erlangung des Spitzenausgleichs ein Testat einer zugelassenen Stelle erforderlich.

Spitzenausgleich – 2015 Übergang in Regelverfahren

Mit Beginn des Jahres 2015 endet die Einführungsphase und das Regelverfahren gilt sowohl für größere als auch kleinere Firmen. Große Unternehmen benötigen dann ein gültiges Zertifikat oder alternativ einen Überwachungsauditbereich nach ISO 50001. Dieses kann nur noch von einer akkreditierten Zertifizierungsstelle als Nachweis ausgestellt werden.

Für den KMU-Bereich ist ein Energieaudit nach DIN EN 16247-1 oder ein alternatives System erforderlich. Grundsätzlich gilt: Es müssen alle Energieverbräuche erfasst werden. Dieses ist mit einem Testat durch eine zugelassene Stelle zu bestätigen.

Weiterhin von großer Bedeutung

Der Spitzenausgleich ist vor allem für Unternehmen im produzierenden Gewerbe auch künftig von großer Bedeutung. Größere Unternehmen und Konzerne setzen sich dabei schon seit einigen Jahren mit dem Betrieb von Energiemanagementsystemen (DIN 50001) auseinander. Der Entwurf für den Spitzenausgleich sowie den Übergang in das Regelverfahren dürfte daher vor allem die kleineren und mittleren Unternehmen deutlich treffen.

Zu beachten ist bei dem Spitzenausgleich vor allem, dass alle Anforderungen dafür im Regelverfahren (ab 2015) frühestens 12 Monate vor dem Antragsjahr zu erfüllen sind. Das Unternehmen selbst hat einmal jährlich über Beschlüsse und Folgemaßnahmen zu berichten. Jede Firma sollte sich mit dem Spitzenausgleich beschäftigen. Eine Steigerung der Energieeffizienz im Unternehmen reduziert nicht nur langfristig die Kosten, sondern sorgt auch für Nachhaltigkeit. Damit wird zugleich auch der Umwelt- und Ressourcenschutz gesteigert.

Bild: Uwe Schlick  / pixelio.de