Neue Fenster – Welche sind die richtigen 2

Teil 2 unserer kleinen Checkliste zum Fenster Kauf. Im ersten Teil hatten wir die Anschaffung und vor allem die Auswahl angesprochen. In der Regel können sich Heimwerker zwischen Fensterrahmen aus Holz, Kunststoff und Aluminium entscheiden. Die einzelnen Vorteile hatten wir dazu bereits im ersten Teil aufgeführt. Nun wollen wir uns einmal mit der eigentlichen Verglasung beschäftigen, die eigentlich noch wichtiger als der Rahmen ist. Die Verglasung hängt nicht nur von den eigenen Wünschen, sondern ganz wesentlich von dem eigenen Budget maßgeblich ab.

Fenster und Verglasung

Wie groß der Unterschied zwischen einer Einfach- und Zweifachverglasung sein kann, soll ein schnelles Beispiel aufzeigen. Blicken wir dazu einfach auf die Heizkosten. Die Isolierung bei einem Einfachglas ist gelinde gesagt kaum vorhanden. Bei dieser einfachen Ausführung beträgt der durchschnittliche Heizölbedarf 62 Liter pro Jahr und pro m². Eine Wahnsinnszahl. Mit einer Zweifach-Verglasung lässt sich der Bedarf im Schnitt auf 8,5 Liter pro Jahr und m² senken. Die Zweifach-Verglasung gehört damit zum normalen Standard.

Weitere Funktion mit der Verglasung

Zusätzlich zu der Verglasungsart, können Fenster aber auch mit weiteren Funktionen ausgestattet werden. Ein paar Beispiele dafür sind:

  • Sonnenschutz
  • Brandschutz
  • Sichtschutz
  • Sicherheitsglas: Einbruchsicherheit
  • Schallschutz
  • Sicherheitsglas: Absturzsicherheit
  • verbesserte Wärmedämmung
  • Sonderverglasungen (selbstreinigendes Glas, Vogelschutzglas u.a.)

Die Preise für die Verglasung liegen je nach obiger Zusatzfunktion. Schallschutzglas kostet pro m² einen Aufpreis von 30 – 150 Euro. Sonnenschutzglas sogar um die 500 – 600 Euro pro m². Ein besonderes Brandschutzglas mit Holzrahmen, das bei Bränden einen höheren Widerstand leistet, kommt sogar auf 950 Euro pro m².

Blick auf die Wärmedämmung

Hauptfaktor beim Fensterkauf ist die Wärmedämmung. Die Räume sollen nachts vor der Auskühlung bewahrt werden. Hierrüber entscheidet die Verglasung der Fenster. Entscheidend dabei sind der U-Wert und der g-Wert. Der U-Wert gibt an, wieviel Wärme die Fenster (besser gesagt die Scheiben) nach außen geben. Umso niedriger der Wert, desto besser die Wärmedämmung.

g-Wert

Beim g-Wert hingegen wird gemessen, wieviel Wärme und Strahlung von außen nach innen gelangt. So können Fenster, die nach Süden ausgerichtet sind, mit einem hohem g-Wert im Winter den Heizbedarf reduzieren. Der U-Wert sollte dabei möglichst niedrig ausfallen.

Ein U-Wert von um die 1,3 entspricht den gültigen Vorgaben der EnEV (Energieeinsparverordnung). Wer statt einer Zwiefach-Verglasung gleich auf eine dreifache setzt, kann den Wert sogar weit unter 0,5 bringen.

Folien und Qualitätssicherung

Alternativ kann aber auch später mit Folien nachgerüstet werden. Diese dienen nicht nur dem Sicht-, sondern vor allem dem Wärmeschutz. Allerdings haben die Folien auch ihren ganz eigenen Preis. Das Anbringen sollte dabei von einem versierten Dritten erfolgen. Wer neue Fenster erwirbt sollte auch an die Qualitätssicherung denken. Hierzu gehören klare Nachweise durch den Lieferanten, folgender Punkte:

  • DIN 4108-2 (Mindestanforderungen Wärmeschutz)
  • DIN 4108-3 (Klimabedingter Feuchteschutz)
  • DIN EN ISO 6946 (Bauteile – Wärmedurchlasswiderstand und Wärmedurchgangskoeffizient – Berechnungsverfahren )
  • EnEV 2009 Anhang 3, Nr. 7, Tabelle 1 wird eingehalten.

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