KELLERDECKE DÄMMEN

Anders als dies für das Dach respektive für die oberste Geschossdecke der Fall ist, gibt es seitens des Gesetzgebers für die Wärmeisolierung von Kellerdecken keinerlei Vorgaben. Trotz allem kann davon ausgegangen werden, dass sich ein Dämmen der Kellerdecke im Nachhinein durchaus für Hausbesitzer lohnen kann. Der Arbeitsaufwand ist nicht sehr groß, wodurch auch die durchzuführenden Dämmmaßnahmen dementsprechend günstiger ausfallen. Zudem wird im Gegensatz zu einer Fassadendämmung im Nachhinein nicht in die Optik des Objekts eingegriffen. Werden die Dämmarbeiten fachlich korrekt ausgeführt, kann das Dämmen der Kellerdecke zu einer erheblichen Steigerung des Wohnkomforts führen. Darüber hinaus kommt es zu einer spürbaren Senkung aller laufenden Kosten. Mit dieser Maßnahme kann in Abhängigkeit vom jeweiligen Gebäude mit einer gesamten Ersparnis von Energie von fünf bis sieben Prozent gerechnet werden.

Günstigste Dämmmaßnahme

Verglichen mit einer nachträglichen Dämmung der Fassade eines Gebäudes verursacht das Abdichten der Kellerdecke recht wenig Aufwand. Die Dämmung der Kellerdecke kann ohne ein Gerüst und zu jeder beliebigen Zeit, unabhängig von der Witterung oder Tageszeit, durchgeführt werden. Am Äußeren des Hauses werden keinerlei Veränderungen vorgenommen. So müssen auch keinerlei Vorschriften berücksichtigt werden. Wer ein wenig handwerklich begabt ist, kann in der Regel diese Tätigkeit auch selbst übernehmen. Erhältlich sind entsprechende Dämmplatten für die Kellerdecke im Baumarkt. In einfacher Ausführung kosten dieselben kaum 15 Euro je Quadratmeter. Wer jedoch lieber einen Fachmann diese Arbeiten überlassen möchte muss je Quadratmeter mit Kosten zwischen 35 bis 50 Euro rechnen.

Hausbesitzer nicht verpflichtet zum Dämmen der Kellerdecke

Eine Vielzahl von Hausbesitzer dämmen trotzdem ihre Kellerdecke nicht. Dies kann daran liegen, dass sie nicht per Gesetz dazu verpflichtet sind. Die schon mehrmals – zuletzt per 01. Mai 2014 – ergänzte Energieeinsparverordnung, kurz EnEV, hat zwar eine ganze Reihe an Umrüstpflichten für Bestandsimmobilien zum Inhalt. Diese beinhalten auch das Dämmen von Dächern oder die Modernisierung alter Heizungsanlagen. Es besteht jedoch bislang keine Pflicht zum nachträglichen Dämmen der Kellerdecke.

Niedriger U-Wert beim Dämmstoff wichtig

Personen, die hingegen auf freiwilliger Basis die Kellerdecke eines Hauses dämmen, müssen dafür Sorge tragen, dass das verwendete Material über eine minimale Wärmeleitfähigkeit verfügt. Dieser Wert wird durch den Wärmedurchgangskoeffizient, auch bekannt als U-Wert, angegeben. Der U-Wert darf bei Dämmplatten 0,3 nicht überschreiten. Da bei jeder Dämmung insbesondere für die Arbeit die meisten Kosten anfallen, werden äußerst hochwertige Dämmstoffe empfohlen.

Förderung der Dämmung der Kellerdecke durch den Staat

Finden bestimmte Bedingungen Beachtung, ist es in diesem Falle sogar möglich, einen Zuschuss aus dem Programm 430 der staatlichen Kreditanstalt für Wiederausbau, kurz KfW, zu erhalten. Hierfür darf der U-Wert im Höchstfall nur 0,25 Watt je Quadratmeter und Kelvin betragen. Berechtigt für einen derartigen Zuschuss sind ausschließlich Eigentümer von Wohnhäusern mit höchstens zwei Wohneinheiten. Bedingung hierfür ist, dass der Bauantrag respektive die Bauanzeige für das Gebäude vor dem 01. Januar 1995 gestellt worden ist. Die KfW-Förderung muss vor dem Beginn der Arbeiten beantragt werden. In diesem Fall kann mit einem Zuschuss für Einzelmaßnahmen, wie dies bei der Dämmung der Kellerdecke der Fall ist, mit zehn Prozent der förderfähigen Investitionskosten gerechnet werden.

Isolierung der Kellerdecke mit Dämmplatten

Die Dämmung der Kellerdecke funktioniert am einfachsten, wenn die Dämmplatten montiert werden. Für diesen Zweck sollte die Kellerdecke allerdings nach Möglichkeit eben sein. Ansonsten muss damit gerechnet werden, dass zwischen der Decke und dem Dämmstoff Lufthinterströmungen entstehen, die Wärmeverluste zur Folge haben. Am besten geeignet sind Dämmplatten aus Phenolharz oder aus Polyurethan. Diese Materialien verfügen über eine überaus hohe Wärmeleitfähigkeit, und machen daher eine Verarbeitung in geringer Dichte möglich.

Die Materialien Phenolharz und Polyurethan sind den Baustoffklassen B2 und B1 zugehörig. Diese gelten als normal beziehungsweise schwer entflammbar. Nicht ausschließbar ist allerdings die Bildung von toxischen Gasen im Brandfall.

Bildquellenangabe: Lausitzer Kindl / pixelio.de