Kann ich Handwerkerkosten absetzen?

Generell können auch Handwerkerkosten von der Steuer abgesetzt werden. Hier hilft zum Beispiel ein Blick auf die haushaltsnahen Dienstleistungen. Zu diesen gehören auch die reinen Arbeitsstunden von Handwerkern, nicht jedoch das Material. Bei den haushaltsnahen Dienstleistungen gilt, dass alle Arbeiten im Haushalt durch eine Firma oder einen Selbstständigen von der Steuer abgesetzt werden können. Dabei muss es sich um eine Firma handeln, die gewerberechtlich ordnungsgemäß angemeldet ist. Diese Arbeiten, als auch von den Handwerkern, müssen entweder im Haus, der Wohnung oder dem zugehörigen Grundstück erfolgen. Nur so wird das Finanzamt diese Ausgaben anerkennen.

Mieter können zudem über haushaltsnahe Dienstleistungen unter Umständen Teile der Nebenkostenabrechnung absetzen.

Was muss ich dabei beachten

Zu den abzugsfähigen Handwerkerkosten gehören auch Schlüsseldienste. Als wichtigster Punkt gilt hierbei jedoch: Zahlen Sie nie in Bar! Damit die Kosten für
den Handwerker abgesetzt werden können, ist eine Überweisung vorgeschrieben. Barzahlungen gelten als nicht erfolgt und können somit steuerlich auch nicht geltend gemacht werden. Das gilt auch dann, wenn Sie eine Quittung als Nachweis vorlegen können.

Ebenso wichtig ist eine detaillierte Rechnung, die aufzubewahren ist.

Wieviel kann ich absetzen

Bei den haushaltsnahen Dienstleistungen können Arbeits- und Fahrtkosten abgesetzt werden. Bis zu maximal 20.000 Euro, wobei davon ein Fünftel in der Einkommenssteuererklärung geltend gemacht werden kann. Jedoch nicht mehr als 4.000 Euro pro Jahr. Kombiniert werden kann das auch mit anderen Punkten.

Handwerker können so zum Beispiel auch in der selbstgenutzten Eigentumswohnung oder dem Eigenheim Arbeiten vollrichten. Das gilt auch dann, wenn der Einzug noch nicht erfolgte. Bis zu 20 Prozent der Arbeitskosten (inkl. Fahrtkosten) und Verbrauchsmaterialien sind absetzbar. Insgesamt bis zu 1.200 Euro pro Jahr (also max. 20 Prozent von 6.000 Euro). Generell dürfen dabei nur Arbeiten abgesetzt werden, die dem Erhalt oder der Renovierung der Immobilie dienen. Klassisches Beispiel dafür ist der Schornsteinfeger. Die Absetzbarkeit bezieht sich also nur auf das Wiederherstellen, Renovieren und die Verschönerung sowie Errichtung.

Das ist möglich

  • Max. 20 Prozent pro Jahr der Handwerkerkosten bis zu 6.000 Euro
  • Keine Barzahlung – Nur Überweisung
  • Absetzbar nur in selbstgenutzten Immobilien
  • Rechnungen sind aufzubewahren
  • Absatzbar sind Arbeitslohn, Fahrtkosten, Arbeitsgeräte, Entsorgung, Verbrauchmaterial

Soll hingegen Neues geschaffen werden, ist eine Absetzbarkeit nicht möglich. Das gilt also zum Beispiel dann, wenn dadurch eine neue Nutzfläche oder neuer Wohnraum geschaffen wird. Eine neue Garage wird also nicht gefördert, der Anstrich einer alten hingegen sehr wohl. Eine Absetzbarkeit ist auch gegeben, wenn Sie eine Markise über den Balkon oder der Terrasse anbringen lassen, nicht aber dann, wenn damit zugleich auch ein neuer Wintergarten errichtet wird.
Auch hier gilt natürlich, dass eine Barzahlung vom Finanzamt nicht anerkannt wird. Kombiniert werden kann diese Möglichkeit mit der Absetzbarkeit von haushaltsnahen Dienstleistungen. Das Absetzen von Handwerkerkosten wird im § 35 Einkommenssteuergesetz geregelt.

Nur in selbstgenutzten Objekten

Ganz entscheidend ist die Frage, wie die Eigentumswohnung oder das Eigenheim genutzt werden. Generell erkennt das Finanzamt nur selbstgenutzte Objekte an. Nicht aber Immobilien, die vermietet wurden. Laut dem Finanz-Tipp von Vexcash ist eine Absetzbarkeit aber auch dann möglich, wenn die Immobilie zum Beispiel den eigenen Kindern für die Nutzung überlassen wurde. So kann es sich dabei aber auch um einer Ferienwohnung oder eine Zweitwohnung handeln.

Was ohne Probleme anerkannt wird:

  • Malerarbeiten
  • Türen, Fenster – Austausch und Renovierung
  • Schlüsseldienst
  • Fassadenarbeiten
  • Wartung der Heizungsanlage
  • Pflasterarbeiten auf dem Grundstück
  • Schornsteinfeger
  • Bodenbelag verlegen
  • Küchenmodernisierung
  • Reparatur von Elektrogeräten (z.B. Waschmaschine)

Anerkannt werden dabei auch Kosten für den Wasseranschluss an das öffentliche Versorgungsnetz. Dabei gilt auch der Teil auf dem öffentlichen Straßenraum als absetzbar. Ob allerdings dazu auch ein Straßenausbaubeitrag abzugsfähig ist, bleibt noch unklar. Hier steht noch eine Entscheidung aus.

Keine Absetzbarkeit bei öffentlicher Förderung

Das deutsche Steuergesetz gilt als komplex. So gibt es natürlich auch hierbei wieder entsprechende Einschränkungen. Haben Sie zum Beispiel spezielle Renovierungs- und Umbaumaßnahmenkredite mit staatlicher Förderung (z.B. von der KfW Bank)in Anspruch genommen, können Handwerkerkosten nicht abgesetzt werden.

Wo gebe ich die Beträge in der Steuererklärung an?

Für die Steuererklärung 2016 finden Sie den Eintrag in der Zeile 73 (Seite 3 auf dem Mantelbogen). Hier wird der Betrag immer inklusive der Mehrwertsteuer eingetragen. Bitte beachten Sie dabei, dass damit nur die Steuerschuld gemindert, nicht aber das zu versteuernde Einkommen gesenkt werden kann. Die Absetzung der Handwerkerkosten versteht sich als eine Steuerermäßigung.

Kombiniert werden kann das mit den haushaltsnahen Dienstleistungen und auch der Beschäftigung von Minijobbern, so dass sie sogar bis zu 5.710 Euro pro Jahr geltend machen können.