Facility Management boomt

Unter dem Facility Service oder besser Management lassen sich unterschiedliche Dienstleitungsbereiche zusammenfassen. Dazu gehören zum Beispiel Verwaltung und Bewirtschaftung von Anlagen, Gebäuden und Einrichtungen. Facility Management ist damit der moderne Oberbegriff für alle Objektserviceleistungen, die von der Betreuung bis hin zum Hausmeisterservice reichen können. Abhängig ist der Umfang dabei immer vom jeweiligen Anbieter. Unverkennbar ist jedoch das der Bereich Facility Management in den letzten 10 Jahren deutlicher nachgefragt wurde, als es bislang der Fall war. Viele Unternehmen melden konstant anhaltende Umsatzzahlen. Marktführer ist die Bilfinger Facility Service GmbH, gefolgt vom Strabag Property Unternehmen. Viele Konzerne aber auch mittelständische Unternehmen planen in den nächsten Jahren vor allem strategische Zukäufe und Erweiterungen im Facility Management, um das eigene Geschäft deutlich zu erweitern. In den Jahren 2012 und 2013 konnten die Firmen in diesem Segment Zuwächse im Durchschnitt von 4,9 Prozent verbuchen. Mehr Umsatz und auch ein besseres Renommee sind vor allem weitere Kernpunkte der Facility Management Serviceanbieter gewesen. Nur die Marge ist leicht stagnierend.

Facility Management – Immer Professioneller

Auch bei den klein- sowie mittelständischen Unternehmen lässt sich eine zunehmende Professionalisierung erkennen. Das Image der Facility Management Branche ist so gut, wie noch nie. Die Top-25 der führenden Unternehmen erzielten dabei in den letzten 2 Jahren erstmals mehr als 20 Milliarden Euro gemeinsam pro Jahr. Das alleine ist ein Anstieg von über 5,6 Prozent. Dafür sprechen auch die Mitarbeiterzahlen, die sowohl bei den großen als auch kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) stetig anwachsen und nur eine Tendenz nach oben erkennen lassen. Trotz stagnierender Margen lässt sich ein deutlich positives Geschäftsumfeld im Facility Management erkennen. Zugleich werden künftig weitere Fusionen und Übernahmen erwartet. In den letzten Jahren lag das organische Wachstum bei über 85 Prozent im Facility Management Bereich. Für die kommenden Jahre erwarten Experten vor allem ein Wachstum im anorganischen Bereich. Auch im KMU Bereich sind die Aussichten freundlich. Gewitter sind derzeit nicht in Sicht.

Was erwarten die Kunden

Die Erwartungshaltung der Kunden an die Handwerker und Betreiber der Facility Management Firmen hat sich ebenfalls in den letzten Jahren deutlich gewandelt. Das führt vor allem dazu, das Facility Management Firmen ihre Dienstleistungen praktisch in einem engen Kostenrahmen verpacken müssten. Mehr als bis zu 10 Prozent Mehraufwand würden viele Kunden heute nicht mehr akzeptieren. Dabei sollen die Dienstleistungen von allem der strategischen Entwicklung der Immobilie dienen. Viele Kunden bemängeln aber den gemeinsamen Austausch und Dialog vor allem mit den großen Konzernen der Branche. Ein gemeinsamer Weg wird dabei selten eingeschlagen. Dabei könnte das so einfach sein. Wie das gehen kann, machen die KMU in dem Facility Management bereits vor. Zum Beispiel das Unternehmen Pauli-GmbH, tätig im Facility Management und im direkten Objektservice, hat diesen Fakt bereits vor längerer Zeit erkannt. Jeder Auftrag und jede Planung erfolgt hierbei in enger Zusammenarbeit mit dem Kunden und ist vor allem auf die Nachhaltigkeit der Immobilie ausgerichtet. Ganz besonders wird dabei beachtet, dass sich solche Investitionen deutlich schneller rechnen müssen, als noch in den Jahren zuvor. Damit zeigen sich vor allem die kleineren Unternehmen im Facility Management als flexibler und kundenorientierter als das bei den großen Konzernen aktuell der Fall ist. Das ist ein überraschendes Ergebnis, da sich laut einigen Firmen der Kostendruck verschärft hat und in der Regel größere Betreiber viel eher darauf reagieren können. Für die Kunden ist im Facility Management nach wie vor der größte Fokus auf die nachhaltige Ausrichtung, somit vorwiegend der Energieoptimierung. Gefolgt von der bedarfsgerechten Steuerung von Gebäudetechnik. Auch bei diesen Punkten kann eine gezielte Einbindung der Facility Management Betreiber sinnvoll sein. Ferner gehört dazu auch die Sammlung sowie Pflege von Daten zum Objekt.

Boom Branche Facility Management

Dennoch hat sich die Facility Management Branche beinahe unbemerkt in Deutschland ausgebreitet und bietet heute über 4-Millionen-Menschen Arbeit. Die Folge: Fachkräfte werden in der Branche händeringend gesucht. Löhne steigen. So werden vor allem Klima- und Heizungstechniker gesucht, genauso wie Wachleute, Kältetechniker und sonstiges Personal für Empfang und Reinigung. Das Potenzial ist enorm. Immerhin bedeutet das Gebäudemanagement heute mehr als nur Putzen und Reparieren. Prognosen sagen bereits das die Mitarbeiterzahlen im Facility Management in den nächsten Jahren auf mehr als 8 Millionen Menschen steigen werden. Handwerker und Kaufleute finden in der Branche die unterschiedlichsten Herausforderungen. Zwar ist der Markt hart umkämpft, gesättigt ist er aber noch lange nicht. Für die deutsche Volkswirtschaft ist die Facility Management Branche heute wichtiger denn je. Immerhin werden hier mehr als 65 Milliarden Euro pro Jahr erzielt. Alleine die 25 Größten kommen auf über 20 Milliarden Euro.

Bild: Andreas Hermsdorf  / pixelio.de