Sofortzahlung an den Handwerker?

Viele Handwerker wünschen die sofortige Zahlung bei Fertigstellung. Am liebsten sogar in bar, direkt an den Monteur. Doch kann der Handwerker das wirklich verlangen oder wird der Auftraggeber dadurch benachteiligt? Beliebt ist das vor allem beim Schlüsseldienst. Viele Dienstleister bestehen in der Branche auf Barzahlung. Doch muss der Kunde das akzeptieren?

Rechnung Handwerker

Eine Frage, mit der sich auch der Gesetzgeber beschäftigt hat. Grundsätzlich gilt, eine sofortige Zahlung (also in bar) wird als nachteilig für den Kunden angesehen. Sie muss also nicht erfolgen. Auch der Schlüsseldienst darf keinesfalls darauf bestehen. Das Recht liegt also beim Kunden. Daran ändert auch nichts der Hinweis in den AGB. Selbst wenn Handwerker in Ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen schreiben „die Zahlung ist sofort an den Monteur zu leisten“, ist das ungültig. Kunden müssen es also nicht beachten.

Ausnahme – Kunde stimmt zu

Anders ist das, wenn der Kunde ausdrücklich zustimmt. Allerdings muss diese Zustimmung bereits vor Auftragserteilung erfolgt sein. Der Schlüsseldienst kann also keinesfalls Barzahlung verlangen, nur weil das vielleicht üblich sei oder so in den AGB formuliert wurde. Der Gesetzgeber sieht darin eine klare Benachteiligung des Kunden. Die Klausel ist somit unwirksam (siehe hierzu auch: Oberlandesgericht Köln, Az. 6 U 98/95).

Rechnung des Handwerkers bezahlen

Daher sollten Handwerker entweder nach Fertigstellung eine Rechnung übersenden oder übergeben. In der Rechnung vom Handwerker kann ein direktes Zahlungsziel genannt sein oder auch nicht. Im letzteren Fall ist die Rechnung sofort zu bezahlen. Also per Überweisung innert 1 – 5 Tagen. Sollte der Auftraggeber mit der Zahlung in Verzug kommen, dürfen Handwerker entsprechende Verzugszinsen berechnen. Diese liegen 5 Prozent über den von der Deutschen Bundesbank festgelegten Basiszinssatz. Ein Verzug tritt nach BGB (§ 286, Abs. 3) 30 Tage nach Zugang und Fälligkeit der Rechnung ein. Eine gesonderte Mahnung muss dafür durch den Handwerker keinesfalls versandt werden.

Sollte sich der Handwerker jedoch nicht darum kümmern, verjährt die Rechnung nach 3 Jahren. Die Frist für die Verjährung beginnt immer mit dem Jahresende.

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