Energiesparen als Zwang

Schon lange verwunderten uns die Beschlüsse der EU-Kommissionen. So gerieten erst die Glühlampen in den Fokus, mit dem Erfolg, dass wir heute Sparlampen haben, die allerdings nicht wirklich das halten, was versprochen wurde. Dann kam der Staubsauger, dessen Power in den nächsten Jahren schrittweise abgesenkt werden soll. Dass dadurch Strom gespart wird, klingt aber kaum plausibel. Statt einer hohen Watt Zahl wird dann länger der Staubsauger in der Steckdose gelassen. Nun ist das Wasser im Gespräch. Auch hier bastelt eine schlaue EU-Kommission bereits daran, wie unser WC und Co. künftig weniger Wasser nutzen wird. Nun kommt auch noch unser EU-Kommissar, der erhobenen Armes das neue Motto verlauten lässt: Europäer sollen zum Energiesparen gezwungen werden. Es lässt ahnen, wohin der Weg führt. Der Ansicht von Oettinger ließen sich durch eine weitere Energieeffizienz Milliarden sparen. Vor allem geht es dabei um die Abhängigkeit von russischen Rohstoffen, die sich verringern ließen. Seiner Ansicht nach ist die Verringerung des Energieverbrauchs für Volkwirtschaften ein Weg, um erhebliche Kosten zu sparen. Kritiker sagen, es ist der beste Weg für einen Todesstoß.

Verbindliches Ziel für Energieeffizienz

Das es dabei aber viel mehr um ein ganz anderes Thema geht, zeigt die konfuse Äußerung des EU-Kommissars, der dabei direkt auf die seiner Meinung nach erhebliche Abhängigkeit vom russischen Gas blickt. Dennoch scheint Oettinger derzeit alleine dazustehen. Die bislang verbindlichen Sparziele der EU laufen im Jahr 2020 aus. Neue wurden bislang kaum debattiert.

Die Frage, die sich hierbei stellt, ist aber auch, ob die EU wirklich ein verbindliches Ziel für Energieeffizienz benötigt? Angeführt als Grund dafür wird gerne, dass in Europa der höchste Importbedarf bei der Primärenergie besteht. Doch was sagt diese Zahl aus. Faktisch ist sie kein Stellenwert dafür, dass wir wirklich zu viel Energie verbrauchen. Ganz im Gegenteil. Es zeigt nur, das wir unseren Bedarf und die Beschaffung in möglichen Krisenzeiten mit Alternativen absichern müssen. Akuter Bedarf dafür besteht jedoch noch nicht. Selbst die Situation in der Ukraine kann kaum zu einem Engpass führen. Die meisten Länder, darunter auch England sehen somit auch keinen Bedarf für eine neue verbindliche Vorgabe. Schon die alten Bestimmungen hätten effektiv keinen Nutzen gebracht. So liegen bei der EU-Kommission auch für die künftige Klimapolitik nach 2020 nur noch 2 Faktoren primär im Fokus. Die Drosselung des CO2 Ausstoßes um 40 Prozent und der Ausbau der Erneuerbaren Energien auf einen Anteil von 27 Prozent.

Aufgeben gibt es nicht

Oettinger lässt aber bei seinem Steckenpferd ungerne nach und ist auch gerne bereit, seine Vorstellungen erneut mit einer viel zu großzügigen Förderpolitik zu finanzieren. So sind schon jetzt über 2 Milliarden Euro für die CO2 Reduzierung als Förderung vorgesehen. Es wird also weiterhin spannend, ob sich der EU Kommissar wirklich durchsetzen kann. Doch so oder so werden wir noch genug Überraschungen erleben, was den Arbeitsgruppen zum Thema Energie sparen erneut einfällt. Glühbirnen und Staubsauger waren nur der Anfang …

Bild: Thorben Wengert  / pixelio.de